Aufgaben & Ziel

„Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die Soziale Stadt“ – unter diesem Titel lief 1999 ein nationales Städtebauförderprogramm an, das zur sozialen Stabilisierung von städtischen Gebieten gedacht ist, die einer besonderen Entwicklung und Förderung bedürfen. Gründe für einen „besonderen Entwicklungsbedarf“ können in Defiziten der Sozialstruktur liegen, im örtlichen Arbeitsplatzangebot und Ausbildungsstand, in der Qualität des baulichen Bestandes, in der Ausstattung mit sozialer und kultureller Infrastruktur oder im Zustand des städtebaulichen Umfeldes. Ziel des Verfahrens ist es, durch die Verbesserung der Lebenschancen der Bevölkerung und durch Zuzug sozial stabiler Bevölkerungsgruppen langfristig die Aufwertung des Gebiets zu erreichen. An dem Programm nehmen gegenwärtig mehr als 600 Gebiete in 375 Städten und Gemeinden (Stand 2010) teil.
(vgl. http://www.sozialestadt.de/programm _ Stand 15.10.2011)

Das übergeordnete Programmleitziel basiert also auf der Annahme, dass mittels eines speziellen Fördermitteleinsatzes der kritischen Entwicklung eines Stadtteils entgegengewirkt werden kann, um das Quartier aufzuwerten und so die Lebenssituation der Menschen in diesem nachhaltig zu verbessern.

Mögliche Maßnahmen können sich dementsprechend auf entsprechend viele Bereiche beziehen:Wohnen und Wohnumfeld, Lokale Ökonomie, Arbeit und Beschäftigung, Sozialwesen, bildungs- und freizeitbezogene Infrastruktur, Ökologie und Energie, Sicherheit und Quartierszentren. Ebenso ist die Aktivierung nachbarschaftlicher Kontakte für die Integration und Akzeptanz verschiedener Kulturen wichtig. In einem ganzheitlichen Vorgehen sollen die möglichen Handlungsfelder gleichrangig und gleichzeitig analysiert und verbessert werden. Das heißt also, dass neben rein städtebaulichen Aspekten auch soziale, ökonomische, partizipatorische und beschäftigungsrelevante Faktoren einer nachhaltigen und integrativen Entwicklung von benachteiligten Stadtteilen gleichwertig ins Blickfeld von Analyse und Intervention rücken.

Damit so viele unterschiedliche Handlungsfelder und Maßnahmen zeitgleich behandelt werden können, müssen die organisatorischen Abläufe funktionieren und die Zielgruppe muss erreicht und motiviert werden. Dafür sind ein erhebliches Maß an Geschick, Koordination und persönlichem Einsatz erforderlich. Zudem müssen im Planungs- sowie im späteren Umsetzungsprozess viele verschiedene Kompetenzen und Ressourcen gebündelt werden, um am Ende gute Ergebnisse zu erzielen. Deshalb bilden sich in den Kommunen, die nach dem Programm „Soziale Stadt“ eine Förderung erfahren, in der Regel von Anfang an ämter- und disziplinenübergreifende Arbeitsgruppen aus den Vertretern sämtlicher Fachämter, die durch einzelne Handlungsbausteine betroffen sein können, den örtlichen Wohnungsbaugesellschaften und unterstützt durch Experten von außen. Ferner soll eine so genannte Quartiersmanagerin oder ein Quartiersmanager eingesetzt werden.

Als selbstverständlich gilt außerdem eine starke Einbindung der Bürger, sowie möglichst aller Initiativen des Stadtteils. Die Umsetzung des Programms „Soziale Stadt“ ist also demnach angelegt auf einen kooperativen Austausch sowohl derer, die planen, als auch derer, die die Maßnahmen finanzieren und durchführen und auch derer, die im Stadtteil wohnen, arbeiten oder ihre Freizeit verbringen. Soziale Stadtentwicklung soll durch partizipative Elemente und die Aktivierung örtlicher Potenziale Brücken bauen, neue Kontakte zwischen unterschiedlichen Gruppen fördern, Berührungsängste und Vorurteile abbauen, eine schrittweise Identifizierung mit dem Stadtteil bewirken und eine bedarfsgerechte Planung sichern.

In Ergänzung der klassischen Städtebauförderung stellt die „Soziale Stadt“ daher also nicht nur bauliche Fragen in den Vordergrund, sondern auch die Frage, ob und wie unsere Städte künftig funktionstüchtig bleiben können. Dabei ist der Aufbau nachhaltiger lokaler Strukturen wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung von Stadtteilprojekten, die zur Stabilisierung des Gebietes beitragen. Zusammenfassend kann man sagen:
Ressortübergreifendens Herangehen, abgestimmter Einsatz von Fördermitteln, verbunden mit der Beteiligung und Aktivierung der betroffenen Bürgerinnen und Bürger – das ist der Politikansatz, mit dem strukturschwache Stadtteile unterstützt werden sollen.

ressortübergreifender und gebietsbezogener Einsatz von Mitteln

integrierte Stadtentwicklung:
Koordinierung investiver und nicht-investiver Maßnahmen

hohes Maß an Kommunikation, Kooperation und Koordinierung auf allen Ebenen

enge Abstimmung der Maßnahmen und Projekte mit der Politik, den Bewohner/innen des Stadtteils, Institutionen, Projekten und Einrichtungen

Förderung von Gesamtmaßnahmen und Mehrzielprojekten

Einbindung der Bewohnerschaft – Aktivierung

(vgl. Vorbereitende Untersuchungen und Integriertes Entwicklungskonzept Soziale Stadt Konz- Karthaus, 2011; S. 4 f.)